Aufgeschlossen, kollegial und vernetzt.
Unser Ansatz für Fachkräftesicherung
Das Projekt setzt auf den branchenübergreifenden Einsatz betrieblicher und überbetrieblicher Weiterbildungsmentor*innen, um insbesondere geringqualifizierte Beschäftigte in Unternehmen unterschiedlicher Größe gezielt zu erreichen.
Die kleinräumige Struktur des Landes Bremen ermöglicht eine enge Einbindung der Weiterbildungsmentor*innen in ein leistungsfähiges Unterstützungsnetzwerk aus Beratungsstellen sowie Weiterbildungsanbietern. Als Netzwerkknoten der Weiterbildung im Land Bremen ist die LABEW+ die geeignete regionale Koordinierungs- und Anlaufstelle für die WBM. Unser Ziel ist es, das Instrument der betrieblichen Weiterbildungsmentor*innen im Bundesland Bremen flächendeckend, systematisch und nachhaltig zu etablieren.
Erfolgsmodell Weiterbildungsmentoring
Das Modell basiert auf langjährigen Praxiserfahrungen sowie bewährten Qualifizierungs- und Coachingkonzepten für Weiterbildungsbeauftragte, die das iftp in den Projekten mendi.net und Mentoren.Bilden.Zukunft erfolgreich entwickelt und umgesetzt hat. Diese Ansätze haben sich in der Zusammenarbeit mit Unternehmen bereits bewährt. Die positive Erfahrungen aus den im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie umgesetzten Weiterbildungsmentor*innen‑Projekten der Gewerkschaften belegen die Wirksamkeit dieses Ansatzes.
Für das Projekt AUF KURS wurden die Konzepte branchenübergreifend weiterentwickelt und gezielt an die Bedarfe von Unternehmen unterschiedlicher Größe angepasst. Dabei fließen die Erfahrungen und das Know-how der beteiligten Netzwerke und Projektpartner direkt mit ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Grundbildung, um Beschäftigte besser zu erreichen und ihre Weiterbildungsbeteiligung nachhaltig zu stärken.
Ergänzend ist ein eigenständiges Konzept zugeschnitten auf KMU für überbetriebliche Weiterbildungsbeauftragte entwickelt worden. Diese an Institutionen angedockten WBM unterstützen Unternehmen insbesondere dort, wo personelle Ressourcen im Unternehmen begrenzt sind, und bieten praxisnahe Beratung, Begleitung und Vernetzung rund um betriebliche Weiterbildung.
Für wen ist das Projekt gedacht?
Gezielte Weiterbildung ist nur dann erfolgreich, wenn sie sowohl die individuellen Bedarfe des Betriebs als auch die persönlichen Qualifizierungsziele der Beschäftigten berücksichtigt. Sie muss passgenau, praxisnah und gleichzeitig ganzheitlich angelegt sein. Hier setzen Weiterbildungsmentor*innen an: Als innerbetriebliche Ansprechpartner*innen beraten sie Kolleginnen auf Augenhöhe, unterstützen bei der Orientierung im Weiterbildungsangebot und ebnen neue Wege der Qualifizierung. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Fachkräfteentwicklung und Beschäftigtensicherung im Unternehmen.
Darüber hinaus spielen überbetriebliche Weiterbildungsmentor*innen eine zentrale Rolle. Sie fungieren als neutrale Anlaufstellen, Impulsgeber und Berater, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, bei denen häufig nur begrenzte interne Ressourcen für Personalentwicklung vorhanden sind. Durch ihr branchenübergreifendes Wissen können sie gezielt unterstützen, ohne betriebliche Kapazitäten stark zu binden.
Die RKW Bremen GmbH und das iftp/bfw verbinden mit diesem Projekt beide Ansätze: Ziel ist es, betriebliche und überbetriebliche Weiterbildungslots*innen im Land Bremen zu qualifizieren, nachhaltig zu etablieren und systematisch zu vernetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterstützung von KMU.
Eingebettet ist das Vorhaben in das starke regionale Netzwerk der beim RKW Bremen angesiedelten Landesagentur für berufliche Weiterbildung und Transformation (LABEW+). Dazu zählen unter anderem senatorische Behörden, die Arbeitsagentur, Wirtschaftsförderungen und Bildungsträger. So entsteht eine leistungsfähige Struktur für zukunftsorientierte Weiterbildung und Transformation in der Region.
Zur Qualifizierung und zum begleitenden Coaching der Weiterbildungsmetor*innen wird auf den Erfahrungen des vorangegangenen Weiterbildsmentoring aufgebaut. Die in der Qualifizierungsreihe gesammelten wertvollen Erfahrungen werden auf KMU sowie branchenübergreifend angepasst übertragen und um Module zum überbetrieblichen Ansatz sowie zu Grundbildungsbedarfen erweitert werden.
Für richtig gute Netzwerkarbeit finden darüber hinaus Vernetzungstreffen zwischen den WBM auf der einen Seite und relevanten Akteuren wie der Agentur für Arbeit, Bildungsträgern, Behörden, Projekten u.a.m. statt. Die LABEW+ betreibt über den Projektverlauf eine niedrigschwellig und kontinuierlich zugängliche Koordinierungsstelle sowohl für die WBM als auch für deren Zielgruppe der Beschäftigte. Die Arbeit der WBM wird über den gesamten Verlauf begleitend im Rahmen von vierteljährlichen kollegialen Austauschtreffen ausgewertet. Es wird ein Handlungsleitfaden für die Arbeit und Etablierung von WBM erstellt. Diese Dokumente werden über das Unterstützungsnetzwerk sowie über die Netzwerke der Partner und im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vorgestellt und verbreitet.
Die betrieblichen Weiterbildungsmentor*innen (WBM) nutzen ihre kollegiale Rolle, um Beschäftigte auf Augenhöhe zu beraten und ihnen den Zugang zu Weiterbildung zu erleichtern. Als vertraute Ansprechpartner*innen im Unternehmen können sie individuelle Fragen klären, Orientierungsbedarf erkennen und gezielt zu passenden Qualifizierungsangeboten informieren.
Gleichzeitig berücksichtigen die betrieblichen WBM die begrenzten zeitlichen und organisatorischen Ressourcen in kleinen und mittleren Unternehmen. Sie sorgen für kurze Wege zu weiterführenden Beratungsstellen und ermöglichen so niedrigschwellige, praxisnahe Unterstützung – mit spürbarem Mehrwert für Betriebe und Beschäftigte bei geringem Aufwand.
Zielgruppe der betrieblichen WBM sind grundsätzlich alle Beschäftigten. Ein besonderer Fokus liegt jedoch auf:
- Betriebsratsmitgliedern
- gewerkschaftlichen Vertrauensleuten
- Ausbilder*innen und Ausbildungspersonal
Diese Personengruppen genießen ein hohes Maß an Vertrauen im Betrieb und verfügen über besondere Expertise im Bereich der beruflichen Bildung, wodurch sie als Multiplikator*innen besonders wirksam sind.
Überbetriebliche Weiterbildungsmentor*innen (WBM)
Die überbetrieblichen Weiterbildungsmentor*innen übernehmen vergleichbare Aufgaben wie die betrieblichen WBM, agieren jedoch außerhalb einzelner Unternehmen. Eine zentrale Herausforderung ihrer Arbeit besteht darin, auch ohne bestehende kollegiale Bindung Vertrauen und Augenhöhe mit den Beschäftigten herzustellen.
Daher werden überbetriebliche WBM gezielt geschult und arbeiten in einem speziell entwickelten Beratungssetting, das einen individuellen, vertraulichen und diskreten Austausch ermöglicht. Die Inhalte der Beratungsgespräche sind geschützt und werden nicht automatisch an Arbeitgeber weitergegeben. Dadurch entsteht ein sicherer Raum, in dem Beschäftigte offen über Weiterbildungsbedarfe und berufliche Perspektiven sprechen können.
Die Zielgruppe der überbetrieblichen WBM sind zunächst Mitarbeitende der drei Kammern. Im weiteren Projektverlauf werden über eine begleitende Kommunikationskampagne zusätzliche überbetriebliche WBM gewonnen, unter anderem bei:
- Trägern von Weiterbildungs- und Beratungsdienstleistungen
- Unternehmensverbänden
- weiteren relevanten arbeitsmarktbezogenen Akteuren
So entsteht ein wachsendes Netzwerk für qualitätsgesicherte Weiterbildungsberatung, das Unternehmen und Beschäftigte nachhaltig unterstützt.
Die Partner hinter AUF KURS
Enge Einbindung sowohl der Arbeitnehmer- als auch der Arbeitgeberseite (Arbeitnehmerkammer, Handwerkskammer Bremen, Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven) erfolgt.
Die besondere Kammerstruktur des Bundeslandes – mit einer Arbeitnehmerkammer neben IHK und Handwerkskammer (HWK) – schafft darüber hinaus die Möglichkeit eines besonderen Zugangs zu Unternehmen sowohl von der Arbeitgeber- als auch der Arbeitnehmer*innen-Seite, der im Projekt gebündelt und koordiniert genutzt wird – sowohl zur Rekrutierung betrieblicher WBM als auch dadurch, dass unter anderem Mitarbeiter*innen der Bremer Weiterbildungsnetzwerke, Kammern und Unternehmensverbände als überbetriebliche WBM qualifiziert und eingesetzt werden.
Erfolge, Erfahrungen & Einblicke aus der Praxis
Das Modell baut auf die Erfahrungen sowie Qualifizierungs- und Coachingansätze für WBM auf, die das iftp im Rahmen der Projekte mendi.net (Organisationsbereich von ver.di) und Mentoren.Bilden.Zukunft (Organisationsbereich der NGG) gesammelt bzw. entwickelt und erprobt hat.